Nominiert

Gosbert Amrhein

ALTERFIL Nähfaden GmbH

geschäftsführender Gesellschafter

Aus welchen Gründen, sollten Sie die Auszeichnung »Sachsens Unternehmer des Jahres« erhalten?:

Aus Sicht des vti ist Gosbert Amrhein eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit. Der gebürtige Franke und studierte Betriebswirt hat es verstanden, Mitte der 1990er Jahre aus der seinerzeit von Branchenkennern totgesagten ostdeutschen Oederaner Nähfadenfabrik ein international erfolgreich agierendes mittelständisches Unternehmen zu entwickeln. Diese Leistung ist um so höher zu bewerten, da sich ALTERFIL in einem gesättigten Markt für Nähfäden (und zudem unter den Bedingungen der Globalisierung) durchsetzen musste.
Das Engagement und das Durchsetzungsvermögen von Gosbert Amrhein sollen folgende Fakten aus seiner Biografie verdeutlichen:

• 1994 wird G. Amrhein (34) im Zuge der Privatisierung Prokurist im Oederaner Unternehmen. Zu diesem Zeitpunkt hat er gerade für seine damals fünfköpfige Familie ein Einfamilienhaus im Spessart vollendet (mit viel Eigenleistung).
• Anfang 1995 zieht die Familie nach Oederan, wo sie sich weiter vergrößert. Vier Söhne (heute 27, 23, 21, 18) und eine Tochter (25) wachsen in Oederan auf (eine Tochter stirbt im Säuglingsalter).
• Anfang 1996 löst G. Amrhein den bisherigen Geschäftsführer ab und lenkt fortan die Geschicke des Unternehmens. Unter schwierigen Bedingungen versteht er es, die Mitarbeiter zu motivieren und Vertrauen zur langsam wachsenden Kundschaft aufzubauen.
• Anfang der 2000er Jahre kündigt Hauptgesellschafter Claus Wisser an, dass er sich aus dem Unternehmen zurückziehen will. G. Amrhein entschließt sich gemeinsam mit seinem Partner Thomas Seitz, die Firma im Rahmen eines Management-Buy-Outs zu erwerben. 2006 gründen sie die ALTERFIL Nähfaden GmbH und werden beide Geschäftsführer. In einer Rede vor der Belegschaft dankt G. Amrhein seinerzeit Claus Wisser für dessen großes Engagement in Oederan, das mit umfangreichen Investitionen verbunden war. Außerdem dankte er der Deutschen Bank, der Sächsischen Aufbaubank und der Bürgschaftsbank Sachsen, dass sie sich in für die Textilbranche schwierigen Zeiten zu einer Unternehmensfinanzierung entschlossen haben. Lobende Worte fand Amrhein für die Unterstützung des MBO durch den vti. Der Verband habe ALTERFIL in beispielhafter Weise unterstützt und damit maßgeblich den Weg für eine erfolgreiche Zukunft als eigenständiges sächsisches Unternehmen geebnet.
• 2012 verstirbt Thomas Seitz (53) und G. Amrhein führt die Geschäfte allein weiter.

Investitionen in neue Produktions- und Labortechnik sowie in Erfolg versprechende Vertriebswege (seit dem MBO vor reichlich zehn Jahren 3 Mio. EUR) haben stets den Vorrang vor Investitionen in die von den Vorgängern übernommene z. T. „historische“ Bausubstanz. Die Nutzung von Internet, E-Business und Social Media ist bei G. Amrhein Chefsache. Die stets aktuelle Facebook-Seite betreut er persönlich. Auch unter z. T. schwierigen konjunkturellen Bedingungen gelingt es, den Mitarbeiterstamm stabil zu halten. Der Berufsnachwuchs kommt in der Regel aus eigener Lehrausbildung. Auch Langzeitarbeitslose erhalten ihre Chance. Von den gegenwärtig 42 Mitarbeitern sind 26 Frauen, davon nahezu die Hälfte Mütter von kleinen bzw. schulpflichtigen Kindern. Ein Drittel der Belegschaft nutzt die flexibel handhabbare „individuelle Wochenarbeitszeit“. Urlaubszeiten können mit den Schulferien koordiniert werden. Ausfallzeiten wegen Betreuung kranker Kinder sind unproblematisch regelbar. Das Unternehmen hat mehrere Arbeitsplätze für gesundheitlich gehandicapte Menschen geschaffen. Gemeinsame Events wie Kinder- und Rentnerweihnachtsfeier sowie Firmenfeste finden alljährlich statt. Kein Wunder: Die Fluktuation ist erfreulich gering.

Seit vielen Jahren unterstützt ALTERFIL Projekte bzw. Vereine wie den Hospiz- und Palliativdienst BEGLEITENDE HÄNDE e.V.; die Freiwillige Feuerwehr; die Tafel AKTION BROTKORB und den Oederaner Blasmusikverein e. V., in dessen Orchester G. Amrhein Tenorhorn spielt.

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