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Bewerbung für Sachsens Unternehmer des Jahres läuft: »Traut euch!«

2002 mit vier Beschäftigten gestartet, ist die WT Energiesysteme GmbH auf rund 200 Mitarbeiter angewachsen. Es sitzt in Dresden und Riesa. Pro Jahr errichten sie 40 Umspannwerke, die Hochspannung in Mittelspannung umwandeln. Das Unternehmer-Trio Dietmar Tietz, Michael Bohnefeld und Marek Reschke haben den Preis Sachsens Unternehmer des Jahres 2025 gewonnen. Eine gemeinsame Leidenschaft ist das Fischen

Bewerbung für Sachsens Unternehmer des Jahres läuft: »Traut euch!«

Sachsens Unternehmer des Jahres wird gesucht: Die Chefs der WT Energiesysteme GmbH aus Riesa, einem Spezialisten für Umspannwerke, konnten den begehrten Titel zuletzt gewinnen. Im Interview erklären sie, was Ihnen die Auszeichnung gebracht hat.

Dresden. Für Dietmar Tietz geht die Energiewende vorwärts. Mit seinem Riesaer Unternehmen WT Energiesysteme GmbH baut er Umspannwerke. Damit sorgt er dafür, dass die Energiewende mit mehr und mehr Windrädern und Solaranlagen vorankommt. Im Interview spricht er über den Unternehmerpreis und das aufgeladene politische Umfeld rund um den Energiemarkt. 2002 mit vier Beschäftigten gestartet, ist die WT Energiesysteme GmbH auf rund 200 Mitarbeiter angewachsen. Es sitzt in Dresden und Riesa. Pro Jahr errichten sie 40 Umspannwerke, die Mittel- in Hochspannung umwandeln. Das Unternehmer-Trio Dietmar Tietz, Michael Bohnefeld und Marek Reschke hat den Preis Sachsens Unternehmer des Jahres in diesem Jahr gewonnen.

Herr Tietz, Sie haben dieses Jahr den Preis Sachsens bester Unternehmer gewonnen. Warum sollte man sich dafür bewerben?

Mit der Gründung eines Unternehmens gehen viele Höhen und Tiefen einher. So ein Preis ist eine Anerkennung und er kann eine gewisse Motivation geben, dranzubleiben, mehr Gas zu geben. Aber ohne unsere Mitarbeiter hätten wir diesen Preis nicht bekommen.

Was hat Ihnen der Preis gebracht?

Wir hatten eine sehr große Resonanz von Lieferanten und Freunden. Da hat man gemerkt, dass man sich mit uns gefreut hat. Das hat uns natürlich mit Stolz erfüllt. Und ich betone auch immer wieder: Der Preis heißt zwar Unternehmer des Jahres, aber ohne die Mitarbeiter und ohne ihr Engagement hätten wir diesen Preis auch nicht bekommen.

Haben Sie noch einen Tipp für aktuelle Bewerber?

Traut euch! Und seid, wie ihr seid.

Das politische Umfeld hat sich seit einem Jahr geändert. Manche sprechen von einer Rolle rückwärts in der Energiewende.

Ich sehe die Rolle rückwärts nicht. Für die Politik ist es halt relativ einfach, alle Probleme, die wir in der Energieversorgung haben, auf die erneuerbare Energie abzuwälzen. Tatsache ist, 55 Prozent des Stroms wird über erneuerbare Energien erzeugt. Wir haben die Atomkraft abgeschaltet, wir haben den Beschluss gefasst, Braun- und Steinkohle herunterzufahren, aufgrund des CO₂-Ausstoßes. Das heißt, ich brauche Alternativen, das ist die grüne Energie. Das ist nicht mehr aufhaltbar. Als ich den Unternehmerpreis in Dresden entgegennahm, habe ich mir den kleinen Spaß erlaubt, über den nicht alle gelacht haben: »Ja, ihr könnt in Berlin von Gaskraftwerken träumen, aber was glaubt ihr eigentlich, wie lange das dauert, bis ein Gaskraftwerk entsteht?« Es spricht nichts gegen Graskraftwerke, aber von der Planung bis zum Bau dauert es sieben, acht Jahre. Wir brauchen jetzt eine Lösung.

Die da wäre?

Was passiert mit dem Strom aus erneuerbaren Energien in der Zeit, wenn ich ihn nicht brauche? Momentan regelt man runter. Und selbst dann haben wir Negativstunden. Das waren im vorigen Jahr knapp 500 Stunden, als der Strom zu einem negativen Preis verkauft wurde. Wir brauchen Batteriespeicher, um den überschüssigen Strom zu speichern.

Auch Sie wollen Batteriespeicher für Ihre Kunden installieren.

Wir haben am 1. Juli die Firma WT Energiespeicher GmbH gegründet. Wir werden in nächsten Monaten die ersten Aufträge generieren.

Was sind denn Herausforderungen beim Bau von Batteriespeichern?

Wir haben kaum Anbieter von Batteriesystemen aus Europa. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht so sehr in einseitige Abhängigkeiten von Asien geraten.

Viele Unternehmen ächzen momentan ziemlich, wie geht es Ihnen?

Umspannwerke in dem Gebiet von erneuerbaren Energien zu errichten, damit leben wir auf der Insel der Glückseligen. Wir profitieren stark von den Ausbauzielen, die von der Ampelregierung beschlossen wurden.

Unser Ministerpräsident sagt gelegentlich, dass die Energiewende gescheitert ist.

Dem kann ich nicht zustimmen. Sachsen ist nicht unbedingt das Land der Wind- und Solarenergie. Klar, erneuerbare Energie haben Herausforderungen, sie erzeugen diskontinuierlich. Wenn ich große Kraftwerke habe, dann habe ich zentrale Leitungswege. Erneuerbare Energien sind dezentral, mit tausenden Windrädern. Das heißt, ich muss ein anderes Netz mit mehr Leitungen planen.

Die Energiewende ist also nicht gescheitert, sondern kompliziert.

Sie ist herausfordernd. Wenn ich mich als Politiker scheue, die Herausforderung, aber auch die Notwendigkeit zu benennen, dann kann ich Stimmung erzeugen. Die ist leider nicht immer positiv. Man sollte vielmehr ehrlich und optimistisch gegenüber der Bevölkerung sein und sagen: Leute, da führt kein Weg dran vorbei

Text: Luisa Zenker

Foto: Veit Hengst

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