Nominiert

Dr. Wolfram Möhler, Katrin Möhler, Thomas Weichold

CEP - Compound Extrusion Products GmbH

Geschäftsführender Gesellschafter und Gesellschafter mit Prokura

Aus welchen Gründen sollten Sie die Auszeichnung »Sachsens Unternehmer des Jahres 2020« erhalten?

Die CEP – Compound Extrusion Products GmbH wurde aus dem damaligen Forschungsinstitut für Nichteisenmetalle (FNE) Freiberg gegründet. Der Gründung vorausgegangen waren intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu neuartigen Verbundwerkstoffen für den Einsatz in der Schweißtechnik. Aufgrund von Neustrukturierungsmaßnahmen sollte das Arbeitsgebiet geschlossen werden. Die Überzeugung und der der Wille zukunftsfähige Produkte aus innovativen Werkstoffen herstellen zu können, gaben letztendlich den Ausschlag für den Schritt in die Selbständigkeit.

CEP liefert spezielle Stromkontaktdüsen für die Schweißtechnik. Der Exportanteil liegt bei über 60 %, wobei die Produkte weltweit vertrieben werden. Das Unternehmen entwickelt kontinuierlich neue Werkstoffe, Produkte und Technologien über den angestammten Bereich der Schweißtechnik hinaus. So werden mittlerweile Komponenten für die neueste Generation von Hochfeldmagneten für das CERN geliefert. Gegenwärtig entwickelt CEP eine Technologie zum kontinuierlichen Strangpressen von pulvermetallurgisch hergestellten Kupfer-Hochtemperaturwerkstoffen.

Im Jahr 2019 wurde ein neuer Erweiterungsbau für die Produktion geschaffen. Es wurde in neue Produktionsanlagen investiert. Die Investitionssumme liegt bei über 1,3 Mio. €. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass das Unternehmen langfristig gut aufgestellt ist, wenn der jetzigen geschäftsführende Gesellschafter aus Altersgründen aus dem Unternehmen ausscheidet. Firmenanteile wurden bereits im November 2018 an seine Tochter und an einen leitenden Mitarbeiter übertragen, welche sich sukzessive in die Nachfolge einarbeiten.

2019 fand die zentrale Veranstaltung zur Übergabe des Sächsischen Gewerbeenergiepasses (SäGEP) durch den Wirtschaftsminister Sachsens, Herrn Martin Dulig, bei CEP statt. CEP realisierte beginnend 2019 umfangreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen, dem Klimaschutz und zur Energieeinsparung. Es wurde eine leistungsfähige Absauganlage installiert. Eine weitere Anlage zur Nutzung von Prozesswärme für Heizzwecke wurde in Betrieb genommen. Mittlerweile sind alle Produktionsbereiche mit moderner LED-Lichttechnik ausgestattet. Eine effiziente Anlage zur Maschinenkühlung wurde 2019 konzipiert, die unter Nutzung eines Erdspeichers arbeiten wird.

Die Mitarbeiterzahl stieg stetig von anfänglich zwei Beschäftigten auf derzeit über 20 Mitarbeiter. 2017 wurde ein Arbeitsplatz für einen Rollstuhlfahrer geschaffen. Ein Azubi wird 2020 seine Lehre als Fachkraft für Metalltechnik beenden.

Die CEP zeichnet sich durch eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen aus. Im Unternehmen wird ein Hochtemperatur-Kupferwerkstoff hergestellt, der nirgendwo anders in Europa verfügbar ist. Zur Herstellung von Spezialprodukten steht eine hydrostatische Strangpresse zur Verfügung, die einmalig in Deutschland ist. CEP hat für die Fertigung seiner Produkte eine sehr hohe Fertigungstiefe. Die Werkstoffherstellung, die Verarbeitung zu Halbzeugen und die Fertigung von Endprodukten erfolgt alles unter einem Dach. Durch die eigenen FuE-Arbeiten wird an werkstofftechnischen- und Produktionsinnovationen gearbeitet.

Der erste Schlüsselmoment für den Firmengründer war die Bekanntgabe Anfang 2003, dass bei Standortverlagerung der FNE GmbH, das angestammte Arbeitsfeld geschlossen werden sollte. In den 10 vorausgegangenen Jahren waren zahlreiche Entwicklungsarbeiten durchgeführt und eine Produktion aufgebaut worden. Das sollte nicht verloren gehen. Einen weiteren Schlüsselmoment gab es im Jahr 2011. Im August dieses Jahres wurde mitgeteilt, dass der langjährige Vormateriallieferant des Hochtemperatur-Kupferwerkstoffes DISCUP zum Ende des Jahres seine Produktion einstellt. Damit sollte eine unbedingt notwendige Materialkomponente nicht mehr verfügbar sein. Durch umgehendes Handeln und zügige Verhandlungen wurden durch einen Technologietransfer und die Übernahme der entsprechenden Anlagentechnik die Produktion von DISCUP an den Standort in Freiberg überführt werden, wo bereits im Februar 2012 nach umfangreichen Baumaßnahmen die Produktion aufgenommen werden konnte. Den dritten Schlüsselmoment gab es nach der Aufnahme der DISCUP-Produktion Anfang 2012. Zu diesem Zeitpunkt wurde klar, dass CEP nunmehr die gesamte Fertigungsstrecke vom Anfangsmaterial bis zum Fertigprodukt unter einem Dach vereinen konnte.

Ziel des Unternehmens ist eine stetige Weiterentwicklung von Werkstoffen und Technologien. CEP DISCUP® ist ein Hochtemperatur-Kupferwerkstoff der für zahlreiche Hochtechnologieanwendungen geeignet ist. Mit zunehmenden Anforderungen an Werkstoffe und Bauteile werden sich auch neue Anwendungen ergeben. CEP nutzt eine Nische, die sich aber mittel- und langfristig erweitern wird. Die Zukunftsaussichten sind aus heutiger Sicht als ausgesprochen gut zu bewerten.

www.cep-freiberg.de

Zurück zur Übersicht