Nominiert

Katja von der Burg

Projecter GmbH

Inhaberin

Aus welchen Gründen sollten Sie die Auszeichnung »Sachsens Unternehmer des Jahres 2019« erhalten?

Ich habe in den letzten 10 Jahren nur sehr selten Bewerbungen für Preise oder Fördergelder geschrieben, weil ich immer auf mein Unternehmen und die anstehenden Herausforderungen fokussiert war und nicht meine Person, sondern die Agentur und mein Team im Mittelpunkt stehen. Ich hätte mir aber selbst Inspiration und Vorbilder gewünscht - ganz speziell durch Frauen, die erfolgreich Unternehmen gründen und trotzdem Kinder haben, in männerdominierten Branchen. Als ich die Agentur gegründet habe, waren meine Zwillinge drei Jahre alt. Ich hatte kein Startkapital und mein gesamtes Umfeld hat die Gründungsidee sehr kritisch gesehen. Ich bin in den darauffolgenden Jahren immer meinen eigenen Weg gegangen, der oft hart, anstrengend und voller Selbstzweifel war. Was hat mich angetrieben? Der Wissen darum, dass ich es in der Hand habe, die Arbeitsplätze und die Arbeitsbedingungen zu schaffen, die ich mir immer gewünscht habe. Familienfreundlichkeit zum Beispiel stand bei Projecter nie zur Diskussion, weil ich selbst darauf angewiesen war.

Nach mehr als 11 Jahren als Geschäftsführerin bemerke ich zunehmend, dass ich andere inspirieren  und Anstöße geben kann, selber aktiv zu werden, sich zu trauen, aus bekannten Mustern auszubrechen, Verantwortung zu übernehmen und sich nicht davon abschrecken zu lassen, wenn das vorher noch niemand getan hat.

Ich bin mittlerweile 39 Jahre alt und damit exakt 10 Jahre älter als der Altersdurchschnitt meines Teams. Ich bin erfolgreiche Unternehmerin in einer komplett männerdominierten Branche und habe eine Agentur aufgebaut, die bundesweit einen extrem guten Ruf hat.  Ich bin aber auch alleinerziehende Mutter und kenne jeden Aspekt des Kampfs um Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ich bin auch erfolgreiche Extremsportlerin, laufe Ultramarathons, finishe Ironmans und überquere mit Skiern oder Mountainbike die Alpen. Ich weiß viel über mentale Stärke und trainiere fast täglich, das ganze Jahr über.

Bevor ich Projecter gegründet habe, habe ich Journalismus und Politikwissenschaften studiert und unter anderem bei der FAZ gearbeitet. Gesellschaftliche und politische Verantwortung sind mir wichtig, Engagement in jedweder Hinsicht sind für mich ein essentieller Teil meiner unternehmerischen Verantwortung. Ich stehe gegen Diskrimierung jeglicher Art - sei es in meinem Unternehmen oder darüber hinaus.

Ich bin gewiss kein "typischer" Unternehmer im Anzug, mich trifft man häufiger in Turnschuhen und Sportklamotten als in förmlicher Kleidung. Prestige und Status sind mir völlig egal. Ich möchte Ideen verwirklichen und Rahmenbedingungen schaffen, die das Wachsen von Menschen und Ideen zulassen und fördern. Ich möchte zeigen und andere dazu inspirieren, dass eine Idee ausreichen kann als Ausgangspunkt für einen ganz neuen Weg. If you can think it - you can do it!

Ich bin in Sachsen geboren und aufgewachsen, habe hier studiert und lebe seit über 20 Jahren in Leipzig. Viele Entwicklungen der letzten Jahren machen mich sehr nachdenklich. Als ich Projecter in Leipzig gegründet habe, hat das niemand verstanden. Warum geht ihr nicht nach Berlin? Oder München? Für mich ist Leipzig der beste Standort, den ich hätte finden können und ich tue alles, um meinen und unseren Teil dazu beizutragen. Um auch zu zeigen, was Sachsen kann, wer Sachsen sind und was uns ausmacht.

Warum sollte ich diesen Preis gewinnen? Weil ich glaube, dass Projecter, mein Team und ich frischen Wind und ganz viel Elan nach Sachsen bringen und dabei noch viele andere mitreißen können. Außerdem ist es mir eine Herzensangelegenheit, mehr Frauen dazu zu ermutigen, auch Unternehmen zu gründen und sich zu trauen.

www.projecter.de

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